Bei der Regeneration des DPF wird ganz sicher kein Diesel in den Ölkreislauf eingespritzt. Was hätte das für einen Sinn? Der Ölkreislauf ist ein geschlossener Kreislauf und für die Schmierung des Motors zuständig. Es wird (bei der aktiven Regeneration) etwas Kraftstoff in den Abgastrakt eingespritzt um die Abgastemperatur zu erhöhen damit Ruß verbrannt werden kann.
Falsch.
In den Motoren der Baureihe EA288 (moderne Dieselmotoren des VW-Konzerns: 1.6 und 2.0 TDI, die im Golf, Passat, Tiguan, Skoda Octavia usw. verbaut sind) haben sich die Ingenieure für den Weg der Nacheinspritzung (Post-Injection) entschieden.
Eine separate fünfte Einspritzdüse im Abgastrakt gibt es beim EA288 nicht.
Hier sind die technischen Details der Umsetzung:
1. Wie erfolgt die Einspritzung?
Anstelle einer separaten Düse werden die Haupt-Piezoinjektoren in den Zylindern verwendet. Wenn eine Regeneration des Partikelfilters notwendig ist, werden zusätzliche Phasen in den Arbeitszyklus eingefügt:
* Haupteinspritzung: Erzeugt das Drehmoment für den Antrieb des Fahrzeugs.
* Späte Nacheinspritzung (After-Injection): Erfolgt kurz nach der Haupteinspritzung, um die Temperatur im Zylinder zu erhöhen.
* Zusätzliche späte Nacheinspritzung (Post-Injection): Findet während des Ausstoßtaktes statt, wenn der Kolben nach oben geht und die Auslassventile geöffnet sind. Der Kraftstoff verbrennt nicht im Zylinder, sondern wird als Nebel in den Abgaskrümmer ausgestoßen.
2. Besonderheiten der EA288-Architektur
Der EA288 wurde für eine sehr schnelle Aufwärmphase und eine effiziente Abgasreinigung entwickelt:
* Abgasreinigungsmodul (DOC + DPF + SCR): Es ist extrem nah am Abgaskrümmer und am Turbolader verbaut (sogenannte „motornahe“ Bauweise).
* Da der Oxidationskatalysator (DOC) fast direkt am Motor sitzt, kühlt der Kraftstoff aus der Nacheinspritzung kaum ab und kondensiert nicht an den Rohrwandungen. Er trifft sofort auf die Katalysatorwaben, wo er oxidiert und den Partikelfilter aufheizt.
3. Der größte Nachteil dieses Systems beim EA288
Da die Nacheinspritzung direkt in die Zylinder erfolgt, gelangt zwangsläufig ein Teil des Kraftstoffs an die Zylinderwände, wäscht den Ölfilm ab und gelangt in die Ölwanne.
* Ölverdünnung: Wenn Sie häufig Kurzstrecken fahren und die Regeneration oft abgebrochen wird, kann der Ölstand im Motor durch den Kraftstoffeintrag steigen.
* Anzeige: Im Kombiinstrument zeigt der EA288 nicht direkt an, dass eine Regeneration läuft (solange der Filter nicht kritisch beladen ist).
Woran man erkennt, dass beim EA288 gerade eine Regeneration läuft:
* Leerlaufdrehzahl: Sie steigt exakt auf 1000 U/min an (normalerweise ca. 800 U/min).
* Kühlerlüfter: Die Lüfter laufen auf höchster Stufe (selbst bei Frost), um die enorme Hitze des DPF aus dem Motorraum abzuführen.
* Start-Stopp-System: Der Motor wird an Ampeln nicht ausgeschaltet; im Display erscheint oft der Hinweis „Motorlauf notwendig“.
* Geruch: Das Fahrzeug strahlt starke Hitze aus und es riecht charakteristisch nach „verbranntem Gummi“.
Zusammenfassend: Beim EA288 wird alles über die Softwaresteuerung der Hauptinjektoren geregelt. Eine fünfte Einspritzdüse findet man eher bei Nutzfahrzeugen (z. B. Ford Transit) oder einigen japanischen Geländewagen.