Bitte Ölstand redzuzieren. Werkstatt! Ein Erlebnisbericht

  • Hallo miteinander,


    ich gebe mal eine Geschichte zum Besten, die schon letztes Jahr im Mai'25 passiert ist, weil mich jetzt doch interessiert, ob euch schon ähnliches passiert ist.

    Entnommen ist der Anfang der Geschichte einem Beitrag meiner Frau in unserem Blog zu einer Wohnwagentour ans Nordkap (und Gott sei Dank auch retour 8) )

    Zitat

    Noch keine drei Stunden…

    …und schon die erste Story am Start 😂. Kurz vor Euskirchen meldete unser Tiguan „erhöhten Ölstand“, worauf hin Frank den nächsten Rastplatz ansteuerte um dies zu prüfen. Tatsächlich, der Ölstand war ca. 10-15 % über Maximum. Im VW Forum hieß es, daß das mit dem Partikelfilter zu tun hätte.

    Wir setzten unsere Fahrt Richtung Köln fort, wobei ich die nächste ATU Werkstatt in Brühl kontaktierte um zu fragen, ob man auf die Schnelle ein wenig Öl absaugen/ablassen könne. Nein, könne man heute nicht und verwies auf die Filiale Köln-sowieso. Dort hieß es auch nein und wir sollten am besten gleich stehen bleiben und uns abschleppen lassen. Motorschaden und Katalysatorschaden drohe. Zündkerzen würden absaufen. Bei einem Diesel? Fähre ade?

    Als nächstes kontaktierten wir dann ein VW Autohaus und hatten einen netten Herrn dran, der uns beruhigen konnte und kompetent das Problem schilderte. Wir könnten ruhig weiterfahren und demnächst ein Ölwechsel oder Absaugung würden das Problem beseitigen. Eine kompetente Auskunft, weit weg von „Motorschaden“.

    [Blockierte Grafik: https://beuteltierblog.de/wp-content/uploads/2025/05/1000032982.jpg]

    Soweit meine liebe Frau zum Thema;)

    Man man man.... Seither sehe ich A.T.U. mit etwas anderen Augen als früher. Wobei ich sagen muss, dass wir uns auch eher blind auf die telefonische Aussage der VW-Werkstatt bei Köln verlassen haben. Seine Erklärung gebe ich hier möglicherweise etwas laienhaft wieder:

    Für die Abgasreinigung wird von Zeit zu Zeit ein Reinigungszyklus gestartet und dafür muss etwas Diesel in den Ölkreislauf eingespritzt werden, um anhaftende Rußpartikel im Abgasstrang sauber verbrennen zu können. Einen Hinweis auf einen laufenden Zyklus zeigt der Tiguan aber nicht an. Wenn nun viel Kurzstrecke gefahren wird, kann es sein, dass der Zyklus zwar gestartet, aber nicht ordnungsgemäß abgeschlossen wird. Es verbleibt etwas Diesel und vielleicht auch Kondenswasser im Ölkreislauf und passiert das häufiger, dann schlägt irgendwann ein Sensor Alarm und produziert die gezeigte Meldung.

    Letztlich war das eine logische Erklärung, denn ich hatte bis Februar'25 ein ganzes Jahr den Tiguan selbst gefahren und täglich 2x40km Pendlerstrecke sowie ab und zu Langstrecke bis 300km einfach, da dürfte der Reinigungszyklus immer gut durchgelaufen sein. Von Februar bis Mai hat dann meine Frau den Wagen fast nur noch im Stadtverkehr bewegt, während ich seither ein E-Auto (Toyota bz4x) fahre. Im März gab es für den Tiguan eine Inspektion bei A.T.U. samt Reifen- und Ölwechsel zur Vorbereitung der Urlaubsfahrt. Es folgten also gut 3 Monate Kurzstrecke im Stadtverkehr und deswegen kaum Auslauf für den Diesel... Insofern war das für mich eine absolut schlüssige Erklärung und so vertraute ich auf die Aussage.

    Wie ging es damals weiter? Am Start unserer 10.000km-Rundreise zum Nordkapp war das natürlich erst einmal ein verheerender Auftakt. Man sagte mir am Telefon, wir könnten auch problemlos noch die Wohnwagentour zu Ende fahren. Das war mir dann doch zu heikel. Was, wenn eine andere Störung auftritt und in der Flut dieser Ölstandmeldungen (immer so nach 100-150km nach Motorstart) eine andere wichtige Meldung untergeht, weil ich mich an die Standardmeldung gewohnt hatte? Neenee. Mein Plan war daher, das seltsame Gemisch alsbald komplett loszuwerden, sprich vollständiger Ölwechsel. Ad hoc samstags ohne Termin war aber schon in der Kölner Gegend nicht möglich und anderswo erst recht, ohne viel Zeit zu verlieren und womöglich die gebuchte Fährfahrt nach Finnland zu verpassen.

    Wir trafen am gleichen Nachmittag Camperkollegen für Kaffee und Kuchen in der Gegend von Bispingen. Diese hatten in Ihrer Bauernhofscheune schon Vorbereitungen betroffen, um vor Ort Öl ablassen zu können. Toll! Aber wir lehnten aus genannten Gründen herzlich dankend ab (s.o.). Wir fuhren danach noch 130km noch weiter bis Travemünde und dort auf die Fähre nach Finnland. Während der 30-stündigen Überfahrt blieb genug Zeit, um für montags eine Ölwechelstation ohne Terminvereinbarung in Helsinki zu suchen. Noch vor dem Einlaufen am Montagmorgen in Helsinki war alles telefonisch geklärt. Nach Aufbau des Wohnwagens fuhr ich dann solo dorthin, verbrachte 2,5 Stunden Wartezeit im McDo in der Nähe und studierte finnisches Alltagsleben in einer Werkstatt. Danach war alles tip top, ich bekam noch 5l fertig gemixtes Spezialmückenwischwasser im Beutel mit. Das Problem trat bis heute auch nie wieder auf, da meine Frau inzwischen manchmal auch eine 200km-Tour für Familienbesuch unternimmt.

    Das Ganze hat sich zu euber bewährte Story gemausert, wenn Stammtischgespräche oder lockere Kollegenrunden frischen Schwung brauchen. :D. Dicken Respekt auch an Meister Zufall und den VW-Händler bei Köln, so dass wir samstags (!) am Ende den richtigen Mann am Telefon hatten :thumbsup: .


    Wie schon gesagt, mich interessiert, ob euch das Problem auch bekannt ist. Und unter welchen Bedingungen startet dieser Reinigungszyklus genau und endet dann wieder? Während der Urlaubsfahrt las ich davon ein wenig, aber ob ich das hier oder woanders gelesen hatte, keine Ahnung mehr.

    Viele Grüsse ins Forum, Frank / Schremser

    Fahre den kleinsten TDI 2.0, gerne auch mit Wohnwagen!


  • Für die Abgasreinigung wird von Zeit zu Zeit ein Reinigungszyklus gestartet und dafür muss etwas Diesel in den Ölkreislauf eingespritzt werden, um anhaftende Rußpartikel im Abgasstrang sauber verbrennen zu können. Einen Hinweis auf einen laufenden Zyklus zeigt der Tiguan aber nicht an. Wenn nun viel Kurzstrecke gefahren wird, kann es sein, dass der Zyklus zwar gestartet, aber nicht ordnungsgemäß abgeschlossen wird. Es verbleibt etwas Diesel und vielleicht auch Kondenswasser im Ölkreislauf und passiert das häufiger, dann schlägt irgendwann ein Sensor Alarm und produziert die gezeigte Meldung.


    Bei der Regeneration des DPF wird ganz sicher kein Diesel in den Ölkreislauf eingespritzt. Was hätte das für einen Sinn? Der Ölkreislauf ist ein geschlossener Kreislauf und für die Schmierung des Motors zuständig. Es wird (bei der aktiven Regeneration) etwas Kraftstoff in den Abgastrakt eingespritzt um die Abgastemperatur zu erhöhen damit Ruß verbrannt werden kann.

  • Bei der Regeneration des DPF wird ganz sicher kein Diesel in den Ölkreislauf eingespritzt. Was hätte das für einen Sinn? Der Ölkreislauf ist ein geschlossener Kreislauf und für die Schmierung des Motors zuständig. Es wird (bei der aktiven Regeneration) etwas Kraftstoff in den Abgastrakt eingespritzt um die Abgastemperatur zu erhöhen damit Ruß verbrannt werden kann.

    Falsch.


    In den Motoren der Baureihe EA288 (moderne Dieselmotoren des VW-Konzerns: 1.6 und 2.0 TDI, die im Golf, Passat, Tiguan, Skoda Octavia usw. verbaut sind) haben sich die Ingenieure für den Weg der Nacheinspritzung (Post-Injection) entschieden.

    Eine separate fünfte Einspritzdüse im Abgastrakt gibt es beim EA288 nicht.

    Hier sind die technischen Details der Umsetzung:

    1. Wie erfolgt die Einspritzung?

    Anstelle einer separaten Düse werden die Haupt-Piezoinjektoren in den Zylindern verwendet. Wenn eine Regeneration des Partikelfilters notwendig ist, werden zusätzliche Phasen in den Arbeitszyklus eingefügt:

    * Haupteinspritzung: Erzeugt das Drehmoment für den Antrieb des Fahrzeugs.

    * Späte Nacheinspritzung (After-Injection): Erfolgt kurz nach der Haupteinspritzung, um die Temperatur im Zylinder zu erhöhen.

    * Zusätzliche späte Nacheinspritzung (Post-Injection): Findet während des Ausstoßtaktes statt, wenn der Kolben nach oben geht und die Auslassventile geöffnet sind. Der Kraftstoff verbrennt nicht im Zylinder, sondern wird als Nebel in den Abgaskrümmer ausgestoßen.

    2. Besonderheiten der EA288-Architektur

    Der EA288 wurde für eine sehr schnelle Aufwärmphase und eine effiziente Abgasreinigung entwickelt:

    * Abgasreinigungsmodul (DOC + DPF + SCR): Es ist extrem nah am Abgaskrümmer und am Turbolader verbaut (sogenannte „motornahe“ Bauweise).

    * Da der Oxidationskatalysator (DOC) fast direkt am Motor sitzt, kühlt der Kraftstoff aus der Nacheinspritzung kaum ab und kondensiert nicht an den Rohrwandungen. Er trifft sofort auf die Katalysatorwaben, wo er oxidiert und den Partikelfilter aufheizt.

    3. Der größte Nachteil dieses Systems beim EA288

    Da die Nacheinspritzung direkt in die Zylinder erfolgt, gelangt zwangsläufig ein Teil des Kraftstoffs an die Zylinderwände, wäscht den Ölfilm ab und gelangt in die Ölwanne.

    * Ölverdünnung: Wenn Sie häufig Kurzstrecken fahren und die Regeneration oft abgebrochen wird, kann der Ölstand im Motor durch den Kraftstoffeintrag steigen.

    * Anzeige: Im Kombiinstrument zeigt der EA288 nicht direkt an, dass eine Regeneration läuft (solange der Filter nicht kritisch beladen ist).

    Woran man erkennt, dass beim EA288 gerade eine Regeneration läuft:

    * Leerlaufdrehzahl: Sie steigt exakt auf 1000 U/min an (normalerweise ca. 800 U/min).

    * Kühlerlüfter: Die Lüfter laufen auf höchster Stufe (selbst bei Frost), um die enorme Hitze des DPF aus dem Motorraum abzuführen.

    * Start-Stopp-System: Der Motor wird an Ampeln nicht ausgeschaltet; im Display erscheint oft der Hinweis „Motorlauf notwendig“.

    * Geruch: Das Fahrzeug strahlt starke Hitze aus und es riecht charakteristisch nach „verbranntem Gummi“.

    Zusammenfassend: Beim EA288 wird alles über die Softwaresteuerung der Hauptinjektoren geregelt. Eine fünfte Einspritzdüse findet man eher bei Nutzfahrzeugen (z. B. Ford Transit) oder einigen japanischen Geländewagen.

  • Falsch.



    * Zusätzliche späte Nacheinspritzung (Post-Injection): Findet während des Ausstoßtaktes statt, wenn der Kolben nach oben geht und die Auslassventile geöffnet sind. Der Kraftstoff verbrennt nicht im Zylinder, sondern wird als Nebel in den Abgaskrümmer ausgestoßen.


    Was genau war jetzt an meinen Aussagen falsch? Ich hab nichts von einer fünften Einspritzdüse, bzw wie der Treibstoff in den Abgasstrang kommt geschrieben.


    Aus deinem zitierten Text lässt sich für den OP zumindest ableiten wie es zu seinem höheren Ölstand kommen kann. Eine von mehreren Möglichkeiten.

  • Was genau war jetzt an meinen Aussagen falsch? Ich hab nichts von einer fünften Einspritzdüse, bzw wie der Treibstoff in den Abgasstrang kommt geschrieben.


    Aus deinem zitierten Text lässt sich für den OP zumindest ableiten wie es zu seinem höheren Ölstand kommen kann. Eine von mehreren Möglichkeiten.

    Das sind Ihre Wörter: "Es wird (bei der aktiven Regeneration) etwas Kraftstoff in den Abgastrakt eingespritzt" Und genau das ist falsch.

    Die Einspritzung erfolgt durch die Kraftstoffdüsen zunächst in die Zylinder. Was dort nicht verbrannt bzw. herausgedrückt wird, gelangt ins Motoröl.